22.04: Sibenik -> Zagreb (Sonnenbrand)

Bin schon wieder vor dem Wecker aufgewacht. Das bidere Zimmer leistet gute Arbeit. Draußen hellster Sonnenschein und drinnen schöne dunkle Höhlenatmosphäre. Wo bin ich nochmal.. ach ja Sibenik. Und den Wochentag musste ich erst mal im Handy nachschauen. so langsam verliere ich das Zeitgefühl.

Schnell alles zusammengeräumt und hinuntergeeilt. Aber noch im Vorraum höre ich ein lautes „Hallo“. Entweder hat die Hausherrin meine leisen Bikerstiefel die Treppe heruntertappen hören oder die doch recht unauffällig aufgestellte Überwachungskamera hat mich überführt.

Sie kommt mit einem Teller mit zwei Pfannkuchen mit Marmelade gefüllt. Auch einen Orangensaft bekomme ich noch gereicht. Der Pfannkuchen ist heiß und mega lecker, so spare ich mir das nicht unweit geplante Frühstück.

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Beim Motorrad packen kommt auch ihr Mann hinzu und erzählt dass er lange in Berlin war. Seine Kinder sind jetzt alle in Deutschland und kommen nur selten.

Das Pferd gesattelt und ab auf den Track. Alles ist im voraus geplant. Zwei Nationalparks durchqueren und dann gemütlich nach Zagreb. Einen Grenzübergang nach Bosnien habe ich mehrfach in der Planung bewußt ausgeschlossen, zuviel Papierkram.

Kaum aus Sibenik heraus und schon halb im ersten Nationalpark Krka, mit einem mal  verändert sich die Vegetation schlagartig. Die Felsen verschwinden immer mehr unter Grün und kommt nur noch zum Vorschein sobald die Straße sich mal wieder eine Schneise durch den Fels gegraben hat.

geplant war die Route am PC und dann auf mein Bike Navi übertragen, ausdrücklich wurden nur befestigte Straßen ausgewählt. Dennoch führte mich die Route immer wieder in die Irre, also auf unbefestigte Wege. Das wäre für mich und Zeus jedoch das Urteil zum Steckenbleiben gewesen. 600 Kilo Lebendgewicht und mit Straßenbereifung wäre dann ein Fortkommen nach wenigen Zentimetern nicht mehr möglich.
Nachdem mir das Navi ständig neue Vorschläge machen musste kam es auch vor, dass Abbiegungen zwar angezeigt wurden, hier aber inzwischen ein Feld stand und von einem Weg keine Anzeichen zu sehen waren.

Dafür gab es grandiose Ausblicke auch im zweiten Nationalpark 🙂

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Den Lichtstrahl hatte ich erst später auf dem Bild gesehen. Ob das ein Zeichen war, quasi eine Segnung für meine bevorstehende Herausforderung?!

Und wieder kam auch die Furcht hoch, dass das mit den Tankstellen ein Problem werden könnte. Die Erste aufm Weg gab es mal wieder nicht und die Zweite zwar existent, aber abgesperrt.

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Mal wieder zeigte mein Navi die nächste Tanke in 100 KM und mein Restreichweite war inzwischen auch nur knapp 100 KM. Also wieder zum benzinsparrenden Fahren übergehen.

Ganz zu Beginn der Tour, hatte ich ja auch darüber nachgedacht, ob es nicht zu leichtsinnig ist, so eine lange Motorradtour alleine zu machen. Ja ist es, aber egal. Und ich hoffte dass sich dies nie rächen sollte, z.B. bei einem Unfall oder ähnlichen eben, alleine zu sein. Aber das ist auch ein bisschen das Abenteuer.

Und Weiterhin ein Wechselspiel zwischen langes Tal, ein paar Felsen und viel Grün, Serpentinen und dann wieder ewig lange geraden Strecken. Anbei eine Bilderfolge, so wie sie mir auch in der Reihenfolge begegnet ist. Und das ist ja auch nur ein kleiner Auszug 😉

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Nun aber zu den Herausforderung. Es gab mindestens zwei Situationen, die auch anders hätten enden können.

Mein Navi führte mich mal wieder auf die falsche Fährte, einige hundert Meter nach diesem Video endete der Weg  und mutierte mal wieder zu einer Schotterpiste, ein No go für Zeus und mich.
Zuvor ergab sich die Situation, dass ich nichts ahnend diese Weg lang fuhr und den Stöckchen auswich, die so manchmal auf der Straße liegen. Im letzten Moment, erkannte ich aber, dass dies kein Stöckchen war:

Die Schlange hatte ihren Kopf oben zum Angriff. Durch mein dickes Leder wäre sie nicht durchgekommen, aber für einen Moment bekommt man aber einen Schreck.
Aber der eigentlich Clou passierte eben am Ende genau dieses Weges. Lieber Marvin, ich verstehe jetzt warum du die Rocket nicht magst. Deine Begründung, du hast das Gefühl, die Rocket macht mit dir was sie will.

Kleine Anekdote dazu: War mal wieder beim Triumphladen zum Kaffee trinken. Da standen zwei Herren vor der Rocket. Ich gesellte mich dazu und hörte zu und beteiligte mich dann irgendwann am Fachsimpeln. Dem einen entfuhr es dann: „Um das Monstrum zu fahren, brauchst echt Eier“. Kurz darauf fragten sie mich was ich denn so für ein Motorrad fahre. Ich zeigte nur stumm, auf das Monstrum vor uns, wofür man wohl Eier braucht – Der Blick der Beiden war unbezahlbar 😀

Ja sie macht manchmal was sie will, vor allem im Stehen oder beim Schieben. Vor allem Rückwärts, wenn man nicht sieht, dass man den Koloss gerade auf einen kantigen Stein zuschiebt. Mit einem Schlag kippt sie nach links. Das kenn ich doch, habe damals die Grace auch nicht losgelassen und meine rechte Hand kurios gebrochen. Auch Zeus hielt ich fest. Das war aber sehr knapp. Sie war kurz vorm nicht mehr halten können. Zum Glück habe ich Sturzbügel, so dass Motor und der Rest geschützt sind und die Maschine wieder aufzurichten ist auch alleine zumindest in der Theorie kein Problem. Ausprobiert habe ich es allerdings noch nicht. sollte ich vielleicht mal.

Die dritte Situation ist aber nichts für schwache Videogucker. Das hätte richtig übel ausgehen können:

 

Die Straße ist erst frei und ich einen Moment unkonzentriert, die Helmkamera zeigt, dass ich nach rechts zu den Bäumen schaue und die Gefahr nicht rechtzeitig erkenne. Außerdem war ich hier auch noch aufgrund meines schon wieder bestehenden Benzinproblems noch im Energiesparmodus, also rollen lassen. Man hört mich bremsen, aber ich drifte leicht zu weit in die Kurve raus. Und wenn dann Schotter in der Kurve liegt ist das mehr als ungünstig. Das Vorderrad rutschte mit einem Schlag weg und ich gefährlich auf die Leitplanke zu. Wie und warum ich mich hab abfangen können, keine Ahnung, aber es hat geklappt und ich bin da mit richtigem Herzklopfen wieder rausgekommen.

Der Rest der Reise verlief dann im Weiteren aber eher unspektakulär. Eine Tanke fand sich recht schnell, nachdem ich im Navi die Routenattribute auf „schnellste“ gestellt hatte. Und die Mautstraße war eine willkommene Abwechslung zu den Abenteuern an diesem Tag.
Einen Sonnenbrand bekam ich an diesem Tag auch noch. Die Handoberflächen sahen aus wie glühende Kohlen und fühlten sich leider auch so an. Den Tag davor war ich teilweise ohne Handschuhe gefahren. Auch wieder so eine leichtsinnige Sache. Und damit sich die Bräune gleichmäßiger verteilt hatte ich heute auch noch meine Jacke verstaut und war nur mit T-Shirt und Schildkröte (Rückenprotektor) unterwegs. So wurde aus fast 25 grad stehender Hitze aber immerhin ein angenehmer kühlender Fahrtwind.

In Zagreb angekommen, eine kurze Fahrt durch die Stadt, die aber nicht erwähnenswert ist. Außer vielen Einbahnstraßen und versteckte Blitzer habe ich nicht viel gesehen.

So endete mein Abend wieder im Hotel mit den Beinen auf dem Bett.

Guts Nächtle

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