21.04: Dubrovnik -> Sibenik (Küstenstraße, yaeh)

Die Haus Dame ist schon auf den Beinen und erkundigt sich nach meinem Wohlbefinden. Naja ich will abreisen, wie soll es mir da schon gehen.
Sie hat mich gestern gesehen, ich hätte aber nicht reagiert. Und die angeblich kostenlose Parkplätze für Bikes werden sich vermutlich als teure Kostenfalle entpuppen. Man steckt nämlich keine Zettel in die Scheibe, sondern gibt einfach nur sein Kennzeichen ein.. ohje.. Falschparken in Dubrovnik kostet ca. 100 Euro. Wir werden sehen, ob da was kommt.

Nun aber los, zum Frühstück. Richtig Bar Rosi und das Omelett. Neue Bedienung und die will mir unbedingt ein unnötiges großes Frühstück andrehen. Währenddessen blökt es aus Lautsprechern vom Wasser her und ich höre ein typisches Horn. Aha.. nicht nur die Radtour Kroatia wird ausgetragen, sondern anscheinend noch etliche Wassersportwettkämpfe, wie mir die Athleten vom Nebentisch dann kurz drauf erzählen.

Bei der Herfahrt hatte ich ja teilweise die Autobahn genommen.. macht das nicht, da verpasst man wirklich sehr viel!!
Und wieder ist ein Wechsel von karger Feslandshaft, die sich zu riesigen Bergen auftürmt, kleinen Wäldchen, die einen angenehmen Duft versprühen und den Blick aufs Wasser, der nach vielen Kurven den Horizont plötzlich endlos erscheinen lassen.

Und zwischendurch dann ein Halt an einem See. Hier eine kurze Rast und den Ausblick genießen:

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Ich habe definitiv zu wenig Zeit für die Sehenswürdigkeiten eingeplant. Hier sah ich ein Schild mit einem Wasserfall und folgte ihm einfach. Es ging einige Serpentinen hoch. Den Wasserfall fand ich nicht, aber dafür diesen fantastischen Ausblick. img_1033

Es dämmerte schon langsam, als ich dann endlich in der neuen Unterkunft eintraf. Alle sehr nett und zuvorkommend. Eine junge Dame mit vielleicht 50 begrüßte mich mit einem ständigen Grinsen im Gesicht. Ich denke es war Freude endlich mal einen Gast zu haben. Ich war wohl der einzige. Ich zählte ca. fünf Zimmer. Halt Nebensaison.
Von meinem Balkon aus hatte ich Meerblick, Zeus im Blick und sichtbaren Zugriff auf die Raucherecke der Bedienungen vom etwas weiter unten gelegenen Restaurant. img_1035

Und hier kehrte ich dann zur späten Stunde auch noch ein und gönnte mir ein Chicken Filet.

Es war schon knapp 21 Uhr als ich dann in das doch recht altbackende Zimmer zurückkam und mich ins Bett verkroch.

Fahrthistorie:

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Guts Nächtle

22.04: Sibenik -> Zagreb (Sonnenbrand)

Bin schon wieder vor dem Wecker aufgewacht. Das bidere Zimmer leistet gute Arbeit. Draußen hellster Sonnenschein und drinnen schöne dunkle Höhlenatmosphäre. Wo bin ich nochmal.. ach ja Sibenik. Und den Wochentag musste ich erst mal im Handy nachschauen. so langsam verliere ich das Zeitgefühl.

Schnell alles zusammengeräumt und hinuntergeeilt. Aber noch im Vorraum höre ich ein lautes „Hallo“. Entweder hat die Hausherrin meine leisen Bikerstiefel die Treppe heruntertappen hören oder die doch recht unauffällig aufgestellte Überwachungskamera hat mich überführt.

Sie kommt mit einem Teller mit zwei Pfannkuchen mit Marmelade gefüllt. Auch einen Orangensaft bekomme ich noch gereicht. Der Pfannkuchen ist heiß und mega lecker, so spare ich mir das nicht unweit geplante Frühstück.

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Beim Motorrad packen kommt auch ihr Mann hinzu und erzählt dass er lange in Berlin war. Seine Kinder sind jetzt alle in Deutschland und kommen nur selten.

Das Pferd gesattelt und ab auf den Track. Alles ist im voraus geplant. Zwei Nationalparks durchqueren und dann gemütlich nach Zagreb. Einen Grenzübergang nach Bosnien habe ich mehrfach in der Planung bewußt ausgeschlossen, zuviel Papierkram.

Kaum aus Sibenik heraus und schon halb im ersten Nationalpark Krka, mit einem mal  verändert sich die Vegetation schlagartig. Die Felsen verschwinden immer mehr unter Grün und kommt nur noch zum Vorschein sobald die Straße sich mal wieder eine Schneise durch den Fels gegraben hat.

geplant war die Route am PC und dann auf mein Bike Navi übertragen, ausdrücklich wurden nur befestigte Straßen ausgewählt. Dennoch führte mich die Route immer wieder in die Irre, also auf unbefestigte Wege. Das wäre für mich und Zeus jedoch das Urteil zum Steckenbleiben gewesen. 600 Kilo Lebendgewicht und mit Straßenbereifung wäre dann ein Fortkommen nach wenigen Zentimetern nicht mehr möglich.
Nachdem mir das Navi ständig neue Vorschläge machen musste kam es auch vor, dass Abbiegungen zwar angezeigt wurden, hier aber inzwischen ein Feld stand und von einem Weg keine Anzeichen zu sehen waren.

Dafür gab es grandiose Ausblicke auch im zweiten Nationalpark 🙂

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Den Lichtstrahl hatte ich erst später auf dem Bild gesehen. Ob das ein Zeichen war, quasi eine Segnung für meine bevorstehende Herausforderung?!

Und wieder kam auch die Furcht hoch, dass das mit den Tankstellen ein Problem werden könnte. Die Erste aufm Weg gab es mal wieder nicht und die Zweite zwar existent, aber abgesperrt.

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Mal wieder zeigte mein Navi die nächste Tanke in 100 KM und mein Restreichweite war inzwischen auch nur knapp 100 KM. Also wieder zum benzinsparrenden Fahren übergehen.

Ganz zu Beginn der Tour, hatte ich ja auch darüber nachgedacht, ob es nicht zu leichtsinnig ist, so eine lange Motorradtour alleine zu machen. Ja ist es, aber egal. Und ich hoffte dass sich dies nie rächen sollte, z.B. bei einem Unfall oder ähnlichen eben, alleine zu sein. Aber das ist auch ein bisschen das Abenteuer.

Und Weiterhin ein Wechselspiel zwischen langes Tal, ein paar Felsen und viel Grün, Serpentinen und dann wieder ewig lange geraden Strecken. Anbei eine Bilderfolge, so wie sie mir auch in der Reihenfolge begegnet ist. Und das ist ja auch nur ein kleiner Auszug 😉

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Nun aber zu den Herausforderung. Es gab mindestens zwei Situationen, die auch anders hätten enden können.

Mein Navi führte mich mal wieder auf die falsche Fährte, einige hundert Meter nach diesem Video endete der Weg  und mutierte mal wieder zu einer Schotterpiste, ein No go für Zeus und mich.
Zuvor ergab sich die Situation, dass ich nichts ahnend diese Weg lang fuhr und den Stöckchen auswich, die so manchmal auf der Straße liegen. Im letzten Moment, erkannte ich aber, dass dies kein Stöckchen war:

Die Schlange hatte ihren Kopf oben zum Angriff. Durch mein dickes Leder wäre sie nicht durchgekommen, aber für einen Moment bekommt man aber einen Schreck.
Aber der eigentlich Clou passierte eben am Ende genau dieses Weges. Lieber Marvin, ich verstehe jetzt warum du die Rocket nicht magst. Deine Begründung, du hast das Gefühl, die Rocket macht mit dir was sie will.

Kleine Anekdote dazu: War mal wieder beim Triumphladen zum Kaffee trinken. Da standen zwei Herren vor der Rocket. Ich gesellte mich dazu und hörte zu und beteiligte mich dann irgendwann am Fachsimpeln. Dem einen entfuhr es dann: „Um das Monstrum zu fahren, brauchst echt Eier“. Kurz darauf fragten sie mich was ich denn so für ein Motorrad fahre. Ich zeigte nur stumm, auf das Monstrum vor uns, wofür man wohl Eier braucht – Der Blick der Beiden war unbezahlbar 😀

Ja sie macht manchmal was sie will, vor allem im Stehen oder beim Schieben. Vor allem Rückwärts, wenn man nicht sieht, dass man den Koloss gerade auf einen kantigen Stein zuschiebt. Mit einem Schlag kippt sie nach links. Das kenn ich doch, habe damals die Grace auch nicht losgelassen und meine rechte Hand kurios gebrochen. Auch Zeus hielt ich fest. Das war aber sehr knapp. Sie war kurz vorm nicht mehr halten können. Zum Glück habe ich Sturzbügel, so dass Motor und der Rest geschützt sind und die Maschine wieder aufzurichten ist auch alleine zumindest in der Theorie kein Problem. Ausprobiert habe ich es allerdings noch nicht. sollte ich vielleicht mal.

Die dritte Situation ist aber nichts für schwache Videogucker. Das hätte richtig übel ausgehen können:

 

Die Straße ist erst frei und ich einen Moment unkonzentriert, die Helmkamera zeigt, dass ich nach rechts zu den Bäumen schaue und die Gefahr nicht rechtzeitig erkenne. Außerdem war ich hier auch noch aufgrund meines schon wieder bestehenden Benzinproblems noch im Energiesparmodus, also rollen lassen. Man hört mich bremsen, aber ich drifte leicht zu weit in die Kurve raus. Und wenn dann Schotter in der Kurve liegt ist das mehr als ungünstig. Das Vorderrad rutschte mit einem Schlag weg und ich gefährlich auf die Leitplanke zu. Wie und warum ich mich hab abfangen können, keine Ahnung, aber es hat geklappt und ich bin da mit richtigem Herzklopfen wieder rausgekommen.

Der Rest der Reise verlief dann im Weiteren aber eher unspektakulär. Eine Tanke fand sich recht schnell, nachdem ich im Navi die Routenattribute auf „schnellste“ gestellt hatte. Und die Mautstraße war eine willkommene Abwechslung zu den Abenteuern an diesem Tag.
Einen Sonnenbrand bekam ich an diesem Tag auch noch. Die Handoberflächen sahen aus wie glühende Kohlen und fühlten sich leider auch so an. Den Tag davor war ich teilweise ohne Handschuhe gefahren. Auch wieder so eine leichtsinnige Sache. Und damit sich die Bräune gleichmäßiger verteilt hatte ich heute auch noch meine Jacke verstaut und war nur mit T-Shirt und Schildkröte (Rückenprotektor) unterwegs. So wurde aus fast 25 grad stehender Hitze aber immerhin ein angenehmer kühlender Fahrtwind.

In Zagreb angekommen, eine kurze Fahrt durch die Stadt, die aber nicht erwähnenswert ist. Außer vielen Einbahnstraßen und versteckte Blitzer habe ich nicht viel gesehen.

So endete mein Abend wieder im Hotel mit den Beinen auf dem Bett.

Guts Nächtle

23.04: Zagreb -> Salzburg (Auf Wiedersehen)

War früh aus den Federn. Schon wieder vor dem Wecker aufgewacht und der war auf 7 Uhr gestellt. Der nette Rezeptionist von Gestern war auch schon wieder oder immer noch da. Sah taufrisch aus und begrüßte mich mit einem Lächeln. Das Frühstück war vielfältig und ausreichend. Ich schlug mir den Bauch voll und begann nicht spät danach zu packen an. Dies erfolgt immer in zwei, drei großen Schritten. Im Hotelzimmer wird alles verstaut und ich verstau mich in die Motorradklamotten. Dann werden erst die Dinge für die Seitentaschen und die große Tasche für den Gepäckträger rausgetragen und verstaut bzw. verzurrt. Mit einem letzten Gang hole ich dann meine wertvolle Rucksacktasche mit Foto und Technik sowie Helm etc. zahle und verstaue dann den Rest. So gehe ich sicher, dass nichts wegkommt. Hier sprach mich aber der Einweiser von gestern Abend an. Er hatte mir am gestrigen Abend extra einen besonderen und reservierten Parkplatz zugewiesene. Ich vermute, das war aber die Idee des Rezeptionisten gewesen, da ich ihn gestern wegen Überwachung etc. ausgefragt hatte und bat ein Auge auf meinen Dreizylinder zu werfen. Dieser Einweiser entpuppte sich als stinkreicher Villenbesitzer mit Wohnort in Euskirchen. Aber, für nächste Mal habe ich einen direkten Draht auf eine kleine Insel zu einer riesen Villa, bei der ich natürlich besondere Konditionen bekomme. Vielleicht komme ich ja mal dazu das zu testen.

Die Fahrt war dann schon wieder fast unspektakulär. In Slowenien viel Grün und weite Täler und kaum gings nach Österreich kamen die schneebedeckten Berge.

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In Salzburg angekommen mal wieder eine erste Ortsdurchfahrt. Dann gleich das Mozartarium entdeckt, oder so ähnlich. Das Geburtshaus muss ja auch hier irgendwo sein. Aber auch hier, nach einigem Rumkurven zog es mich doch zum Hotel und zu ein bisschen Entspannung.

Der Landgasthof Rechenwirt entpuppte sich als fragwürdiges Objekt. Die Matratze eine Katastrophe, vor dem Badfenster zur Straße hin kein Gardinen oder ähnliches und das Frühstück am nächsten Morgen sucht seines Gleichen.
Ja, es gab Kaffee und immerhin Apfelsaft in einem großen Glas! Das Rührei war fast mehr eine Suppe, Der Käse wurde ungefragt mit Pfeffer garniert, störte mich jetzt nicht so und das Müsli, war zwar prinzipiell vorhanden, aber Schalen etc. fehlten. Ich fragte auch nicht weiter nach. Und die Brötchen mehr zäher Lappen als genießbar.


Ein Gast vor mir bezahlte bei dem jungen Herrn mit Karte. Rechnung gibst nicht, weil sie von einer anderen Person, die jetzt nicht da war, nicht geschrieben worden war. Der Herr vor mir zahlte 65 Euro für die Übernachtung… puhh.. große Fragezeichen bei mir. Bei mir tippte der junge Mann dann auch schon 65 ein und ich sagte einfach, neee 45 😉
Dann wurde ich zur Hilfe genommen, wie man das mit dem Lesegerät für die Karten wohl abbricht etc. Ohne zu murren wurden 45 eingetippt und bezahlt.

So einfach ist also sparen bei der Übernachtung. Aber keine Sorgen. Bei Booking waren tatsächlich auch nur 45 als Übernachtungskosten ausgewiesen. Alles etwas kurios hier.

Heute nun knapp 800/900 Kilometer zu fahren. Nach dem gestrigen Unwetter, bei dem sogar zeitweise das Fensehprogramm (meine Lieblingssendung Kultautos auf Kabel 1 doku) und das Internet wegbrachen nun immerhin nur noch Regen. So startete meine Reise als Boje und wird auch als eine solche enden.

Aber zum Glück gibt es ja eine direkte Verbindung von Salzburg nach Bergheim, einfach immer geradeaus  🙂

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Schön das ihr bei meinem kleinen Tagebuch dabei ward. Bis spätestens zum nächsten Jahr, wenn es wieder heißt „Die Iden des Aprils nahen“. Obwohl eigentlich muss ich ja jetzt zweimal fahren. Ronja ist ja am 15.8. geboren. mal schauen, vielleicht eine kleine Tour 🙂

Bis dahin, auf Wiedersehen

Ronja